Ausbildung zum Ernährungsberater

Die Ausbildung zum Ernährungsberater vermittelt Dir tief gehende Kenntnisse in Diätetik, Methodik und den medizinischen Grundlagen der Ernährungsberatung. Das Weiterbildungsangebot für Ernährungsberater ist sehr vielfältig.

Die Ausbildung zum Ernährungsberater

Die Ausbildung zum Ernährungsberater oder zur Ernährungsberaterin ist keine staatlich geregelte Berufsausbildung, sondern eine Weiterbildung, die an Deine bisherige Berufspraxis anschließt. In diesem Text wird der Begriff Ausbildung synonym zur Weiterbildung verwendet. Bei den unzähligen unterschiedlichen Möglichkeiten der Ausbildung kann zwischen nicht-qualifizierenden und qualifizierenden Ausbildungen unterschieden werden. Qualifizierende Ausbildungen zum Ernährungsberater führen durch Krankenkassen anerkannte Verbände wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung durch. Daneben gibt es auch zahlreiche Ausbildungen von privaten Bildungsanbietern, die institutsinterne Abschlüsse vergeben.

In diesem Video berichtet die SGD-Absolventin Andrea Cordes von ihrem Fernstudium zur Ernährungsberaterin

Welche Anbieter und Abschlüsse gibt es?

Viele Institute bieten Weiterbildungen rund um die Ernährung an. Die folgende Übersicht verschafft Dir einen ersten Eindruck, welche Möglichkeiten der Weiterbildung es gibt:

Ausbildungsmöglichkeiten

Ute Brehme"Rein juristisch gesehen kann jeder als Ernährungsberater tätig werden, unabhängig von Dauer oder Qualität eines Kurses. Aus Sicht des Verbraucherschutzes ist das ein großes Problem. Die DGE und zahlreiche andere Institutionen haben 2005 aus diesem Grund eine "Rahmenvereinbarung zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungsbildung in Deutschland" veröffentlicht. [...]
Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, wie wichtig ihm eine "anerkannte" Qualifizierung und qualitätsgesicherte Tätigkeit oder auch die Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen ist."
Dr. Ute Brehme, Leiterin Referat Fortbildung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
Das ganze Interview kannst Du bei bildungsXperten.net lesen.

Das Bildungsangebot rund um Ernährung ist unübersichtlich und es bestehen unterschiedliche Ansichten darüber, welche Anbieter oder Verbände eine qualitative Ausbildung zum Ernährungsberater durchführen. In großen Teilen der Wirtschaft und insbesondere bei den Krankenkassen ist der Ernährungsberater-Titel der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) besonders anerkannt. Daneben bieten noch weitere Berufsverbände Fortbildungen mit anerkannten Zertifikaten an. Da diese Lehrgänge jedoch ausschließlich Diätassistenten und studierte Oecotrophologen belegen können, entstanden zahlreiche alternative Ausbildungen bei nicht anerkannten Instituten. Auch in diesen Lehrgängen bekommst Du relevantes Wissen vermittelt und kannst beruflich vorankommen, die Voraussetzungen sind meist niedriger angesetzt.

Abschlüsse der Verbände

Diese Verbände bieten durch die Krankenkassen anerkannte Fortbildungen zum Ernährungsberater an:

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
    Abschluss: Ernährungsberater / DGE
  • Verband der Oecotrophologen e. V.
    Zertifizierung als: Ernährungsberater VDOE
  • Verband für Ernährung und Diätetik e. V.
    Zertifizierung als: Diät- und Ernährungsberater VFED
  • Verein für Unabhängige Ernährungsberatung
    Abschluss: Ernährungsberater UGB
  • Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V.
    Fortbildungszertifikat für Diätassistenten
  • Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater
    QUETHEB-Registrierung

Welche Inhalte werden vermittelt?

Ernährungsberater eignen sich in ihrer Ausbildung ein vertieftes Wissen der Diätetik und der gesundheitlichen Bedeutung von Nahrungsmitteln an. Zu diesen Fachkenntnissen kommen berufsübergreifende Kompetenzen: Marketing, Psychologie und Didaktik runden das Profil eines qualifizierten Ernährungscoaches ab. Angehende Ernährungsberater erlernen außerdem EDV-Anwendungen und Methoden, mit denen sie den Gesundheits- und Ernährungszustand ihrer Klienten erfassen. Die Inhalte der Ausbildungen können je nach Anbieter variieren.

  • Fehl- und Mangelernährung
  • Epidemiologie
  • Ernährungssoziologie
  • EDV-basierte Nährwertberechnung
  • Nährstoffwerte und Gesundheit
  • Ernährung für bestimmte Gruppen, z.B. Schwangere, Säuglinge oder Sportler
  • Alternative Ernährungsformen, z.B. Trennkost, Vegetarismus, Rohkost-Ernährung
  • Hunger- und Sättigungsregulation
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Psychologie in der Ernährungsberatung
  • Methodik und Didaktik
  • Kommunikationstheorie
  • Public Relations und Marketing
  • Projektplanung und Qualitätssicherung
  • Rechtlicher Hintergrund der Ernährungsberatung

Wie werde ich Ernährungsberater?

„Mein Ziel war, das, was andere an mir schätzen und was ich als Berufung empfinde, zum Beruf zu machen – zu einem, bei dem die Familie nicht zu kurz kommt. Bereits die Ausbildung bei der SGD hat mir großen Spaß gemacht, und über das ‚Sehr gut‘ der Abschlussnote habe ich mich sehr gefreut." Michaela Haimayer, Absolventin des Lehrgangs „Ernhährungsberater"
Quelle: sgd.de

Die Ausbildung zum Ernährungsberater ist auf verschiedenen Wegen möglich. Du kannst einen berufsbegleitenden Teilzeitlehrgang belegen, der an mehreren Wochenenden stattfindet oder einen Kompaktkurs in Vollzeit besuchen. Es gibt außerdem die Möglichkeit, Ernährungsberater im Fernstudium zu werden. Alle Kurse schließen mit einer Abschlussprüfung ab. Anschließend bekommst Du eine Urkunde und ein Zeugnis. Dessen Anerkennung hängt vom Institut ab, dass die Weiterbildung durchführt. Schulabsolventen mit dem Berufswunsch Ernährungsberater bietet sich zunächst die Ausbildung zum Diätassistenten oder ein Studium der Ökotrophologie an.

Welche Ausbildungswege gibt es für den Ernährungsberater?

Die gängigste Form für die Ausbildung zum Ernährungsberater ist die berufsbegleitende Teilzeitform. Es gibt aber auch zahlreiche Anbieter von Fernstudiengängen sowie seltener Lehrgänge in Vollzeit.

  • Fernstudium
    Das Fernstudium zum Ernährungsberater dauert zwischen 9 und 14 Monate und beinhaltet meist 1 bis 2 Wochenendseminare. Die Kosten belaufen sich auf etwa 1.750 €. Die Fernstudiengänge schließen mit einer institutsinternen Prüfung ab. Anschließend bekommst Du ein Zertifikat des jeweiligen Anbieters. Dieses Zertifikat ermöglicht Dir, eine Tätigkeit als Ernährungscoach auszuführen. Mit dem Zertifikat bekommst Du jedoch keine Berechtigung zu therapieren oder Deine Leistungen bei der Krankenkasse abzurechnen. Dies ist Diätassistenten, Ernährungswissenschaftlern und Ärzten vorbehalten.
  • Teilzeit
    Der Teilzeitunterricht wird insbesondere von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angeboten. Dort schließt Du einen Lehrgang mit dem staatlich anerkannten Titel Ernährungsberater DGE ab. Bei der DGE findet die Ausbildung an 10 Wochenenden statt. Andere Institute und Abendschulen bieten die Ausbildung auch einmal in der Woche, verteilt auf 1 Jahr an. Die Ausbildung in Teilzeit kostet je nach Anbieter zwischen 2.000 € und 2.600 €.
  • Vollzeit
    Lehrgänge in Vollzeit sind bei Ernährungsberatern weniger üblich. Die DGE bietet allerdings einen Kompaktkurs zum Ernährungsberater an. Hier wirst Du innerhalb von 30 Tagen zum Ernährungsberater DGE geschult. Die Kosten belaufen sich hier auf circa 2.400 €.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Für die Ausbildung zum Ernährungsberater DGE benötigst Du eine Berufsausbildung als Diätassistent oder ein Studium der Oecotrophologie oder Ernährungswissenschaft. Die Fortbildungen der anderen Berufsverbände kannst Du belegen, wenn Du der jeweiligen Berufsgruppe angehörst. Die Teilnahme an einem Zertifikatslehrgang eines privaten Anbieters steht auch Anderen offen, zum Beispiel Arzthelfern, Krankenschwestern oder Reformhauspersonal. Aber auch Menschen ohne Vorkenntnisse, die sich allgemein für Ernährung und Gesundheit interessieren, können daran teilnehmen.

Tipp

Informiere Dich über die Zulassungskriterien für den Lehrgang zum Ernährungsberater der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Link

Anerkennung der Ausbildung

Sven-David Müller„Die qualitativ hochwertigen Weiterbildungen werden vom Fortbildungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn durchgeführt. Hier bilden sich Diätassistenten und Ernährungswissenschaftler zum „Ernährungsberater DGE“ fort. Das ist eine offizielle Weiterbildung, die damit auch eine Abrechnungsfähigkeit bzw. eine Kostenersatzmöglichkeit der Patienten bei den Krankenkassen ermöglicht.“ Sven-David Müller, Ernährungsberater und -wissenschaftler
Das ganze Interview kannst Du bei bildungsXperten.net lesen.

Die Anerkennung des Abschlusses hängt in hohem Maße von Deinem Bildungsanbieter und Deiner bisherigen Ausbildung ab. Wenn Du die Ausbildung zum Ernährungsberater zum Beispiel bei der DGE absolvierst, kannst Du Deine Leistungen bei der Krankenkasse abrechnen. Da bei der DGE jedoch jährlich nur wenige Plätze zur Verfügung stehen und nur bestimmte Berufsgruppen teilnehmen dürfen, kannst Du auch Alternativen in Betracht ziehen. Insbesondere, wenn Du Dich mit einer eigenen Praxis selbstständig machen möchtest, hilft Dir ein Zertifikat eines privaten Instituts, Deine Kenntnisse zu belegen.

Wie hoch ist der Praxisanteil in der Ausbildung zum Ernährungsberater?

Der Fokus liegt in erster Linie auf der Vermittlung von Fachwissen. Praktische Inhalte erlernst Du jedoch bei den Themen EDV und Erhebung des Ernährungszustandes. Im Bereich Pädagogik und Psychologie stehen außerdem häufig Rollenspiele auf dem Lehrplan.

Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es?

Die Lehrgänge und das Fernstudium neue berufliche Perspektiven ermöglichen und Dir den Weg in die Selbstständigkeit eröffnen, ist die Ausbildung bei der Agentur für Arbeit förderungsfähig. Je nach Bundesland kannst Du Bildungsgutscheine und Zuschüsse beantragen. Detaillierte Informationen findest Du unter dem Punkt Finanzierung.

Kann ich in der Ausbildung Fortbildungspunkte sammeln?

Es gibt zahlreiche Berufsgruppen, die regelmäßig Fortbildungen besuchen müssen, um ihren Beruf weiter ausführen zu können. Dazu gehören beispielsweise Krankenpfleger oder Heilpraktiker. Viele Lehrgänge zum Ernährungsberater kannst Du dabei anrechnen lassen. Informiere Dich vor Beginn der Ausbildung bei Deiner zuständigen Berufsgenossenschaft oder Deinem Berufsverband.

Weitere interessante Fragen findest Du im FAQ.

Zusammenfassung: Warum Ernährungsberater werden?

  • Mit der Ausbildung erlernst Du weiterführende Kenntnisse und Fähigkeiten und kannst Deiner Karriere so eine neue Richtung geben.
  • Die Ausbildung eignet sich für zahlreiche Berufsgruppen. Nicht nur Diätassistenten oder Oecotrophologen können sich so weiterqualifizieren, auch Apothekern, Arzthelfern und anderen Beschäftigten aus dem Gesundheitssektor stehen einige der Lehrgänge offen.
  • Die Berufsbezeichnung Ernährungsberater ist gesetzlich nicht geschützt. Mit einem Abschlusszeugnis eines anerkannten Anbieters kannst Du Deine Expertise vor Kunden und Arbeitgebern nachweisen.
  • Ernährungsberaterinnen arbeiten in einem abwechslungsreichen Beruf und können sich zudem selbstständig machen.